Der Räuber Hannikel kehrt 2018 zurück nach Sulz am Neckar

Die Theatergruppe der Narrenzunft Sulz lässt den legendären Räuber Hannikel zurückkehren. Am 20., 21. und 22. Juli 2018 gibt es ein turbulentes Räuberstück auf der Burgruine Albeck.

Räuberhauptmann Hannikel wurde am 17. Juli anno 1787 an einer Linde die Schlinge um den Hals gelegt.

Nach 230 Jahren kehrt „der Räuberhauptmann Hannikel“ nach Sulz zurück. Die Narrenzunft Sulz macht das möglich und zwar an einem ganz besonderen Ort. Es wird hier in Sulz auf der Ruine Albeck, im Palas und im Burggraben, gespielt.

Die Legende vom Regenfluch

Wagnis Freilichttheater? Wagnis Naturtheater? Wetterrisiko? Macht euch keine Sorgen, das Sulzer Kinderfest ist ja bereits vorbei. Zur Erinnerung: Der Volksmund besagt, dass der Räuberhauptmann Hannikel, als ihm droben auf der Schillerhöhe, an jenem 17. Juli anno 1787 an einer Linde die Schlinge um den Hals gelegt wurde, das Sulzer Kinderfest mit einem Fluch belegt hat, nämlich dass es für alle Zeiten verregnet sein soll. In Wahrheit hat Hannikel, als sein letztes Stündlein geschlagen hatte, zwar eher reumütig auf sein Räuberdasein zurück geblickt, so hat es damals der Geistliche festgehalten. Doch die Sache mit dem Regenfluch hielt sich im Volke hartnäckig, zumal seither kaum ein Kinderfest von einem Regenschauer verschont blieb.

Jürgen Hartmann ist ein Theatermensch und seit über 25 Jahren in der Theatergruppe der Narrenzunft „Open Air“ erprobt, bei etlichen Aufführungen hinterm Rathaus. Die Idee dieses Stück zu schreiben, reifte in ihm, als der langjährige Stadtrat und Vorsitzende des Fördervereins Ruine Albeck, Karl-Albert Ziegler, mal erwähnte, dass die Ruine eine ideale Kulisse für ein Theaterstück wäre. Und diese Idee ließ Hartmann nicht mehr los. Lange überlegte und suchte er, welches Stück man da oben spielen könnte. Aber er fand einfach nichts Passendes. Ein paar glückliche Umstände kamen dann zusammen. Zum einen bekam Hartmann das Buch „Schäffer, Räuberfänger“ in die Finger, das die Geschichte des Sulzer Oberamtmanns Jacob Schäffer beschreibt, einem der ersten Kriminalisten, der schildert, wie er im 18. Jahrhundert daranging, der Räuberplage Herr zu werden. Zum anderen besuchte er mehrere Freilicht- und Naturtheater, unter anderem das in Hayingen, wo gerade ein Räuberstück aufgeführt wurde. Das rundete dann die Idee ab, nicht mehr nach einem fertigen Stück zu suchen, sondern selbst eines zu schreiben.

Räuber Hannikel überfällt mit seiner Bande eine Pferdekutsche.
Räuber Hannikel überfällt mit seiner Bande eine Pferdekutsche.

Turbulentes Räuberstück

Es entstand ein turbulentes Räuberstück, mit Moritaten, mit viel schwäbischem und unschwäbischem Geschwätz, mit Höhen und Tiefen, mit Traurigkeit und Witz. Denn „der Räuberhauptmann Hannikel“ ist alles andere als nur ein Lustspiel, wo ihr aus dem Lachen nicht mehr herauskommt. Es ist ein Volksstück aus witzigen, aber auch aus tragischen Passagen. Ihr könnt mit Sicherheit herzhaft lachen, aber es könnte auch das eine oder andere Tränchen fließen. Wie im richtigen Leben halt.

Der erste Akt beginnt im Palas mit einer Szene auf dem Markt, wo alle Schauspieler auf der Bühne sind. Es folgt eine Szene im Pfarrhaus, wo der Fischinger Pfarrer Bürkle mit seiner Haushälterin überfallen wird, und eine weitere Szene in der Grotte, wo die Räuber ihren Überfall feiern. Zum zweiten Akt aber dürft ihr wandern, denn der spielt im Burggraben. Dort gibt es einen spektakulären Überfall auf eine Pferdekutsche, einen grausigen Mord und die Jagd auf die Gaunerbande nimmt ihren Lauf. Im dritten Akt, wieder im Palas, wird’s ein bisschen ernster, denn der schildert die Gefangennahme von Hannikel in der Schweiz, den Prozess und seine Verurteilung. Zwischen den drei Akten gibt es jeweils eine Pause, wo man etwas essen und trinken kann.