Ausstellung im Kloster Kirchberg: „Unser tägliches Brot gib uns heute“

„Unser tägliches Brot gib uns heute“

… heißt die neue Ausstellung des Jahres 2019 in der Kunstsammlung Helmuth Uhrig im Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar. Dabei wird ein weiteres Mal die Bandbreite des künstlerischen Spektrums von Helmuth Uhrig verdeutlicht.

"Barmherzigkeit". Foto: Dr. Ingrid Helber
„Barmherzigkeit“. Foto: Dr. Ingrid Helber

Im künstlerischen Nachlass des Michaelsbruders finden sich zahlreiche Zeichnungen und vorbereitende Entwürfe. Nach der Arbeit fürs Rote Kreuz während des Zweiten Weltkriegs und der Gefangenschaft in Dänemark kehrte Helmuth Uhrig nach Stuttgart zurück. Er war gesundheitlich sehr angeschlagen und fertigte zunächst keine bildhauerischen Werke. Im Sommer 1948 zeichnete er mit Kohle- und Bleistift in der unmittelbaren Umgebung auf den Fildern bäuerliche Arbeiten. Dazu verwendete er unbenutzte Feldpostkarten. Die Serie wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Man sieht bereits einen wichtigen Schritt in der künstlerischen Entwicklung mit der Reduktion der Linien hin zu Umrisszeichnungen. Mit diesen hebt der Künstler die Gesten und die Kommunikation der Dargestellten und das Typische der Arbeiten hervor. Im Jahreslauf beobachtete Helmuth Uhrig das Pflügen der Felder, das Legen der Kartoffeln, das Düngen, das Gießen, das Schneiden des Korns, das Dreschen, die Kartoffelernte und schließlich das Ausruhen nach getaner Arbeit im Herbst. Im Jahr 1948 war die friedliche landwirtschaftliche Arbeit ein wohltuender Kontrast zum jahrelangen Kriegszustand. Die Tätigkeiten weisen auf die Überwindung der Hunger- und Notzeiten hin. Die Bauern und Bäuerinnen arbeiten, um das tägliche Brot zu erhalten.

In weiteren Werken findet man bei Helmuth Uhrig viele Zusammenhänge mit der Bitte um das „tägliche Brot“, wie es im Vaterunser gebetet wird.

"Speisung". Foto: Dr. Ingrid Helber
„Speisung“. Foto: Dr. Ingrid Helber

Im Berneuchener Zimmer sind Entwürfe für Glasfenster zu sehen, die Helmuth Uhrig für die Evangelische Akademie in Arnoldshain geschaffen hat. Es handelt sich um die Barmherzigkeiten oder Tugenden. Diese stehen in der Bibel in Matthäus 25, Vers 34-46, umgeben von Gleichnissen. Das Fazit zu den Ausführungen Jesu zum Weltengericht lautet in Vers 40: „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Wandernde werden beherbergt und eingekleidet. Kranke und Gefangene werden besucht. Das rote Gewand symbolisiert den Heiligen Geist, der blaue Hintergrund den Himmel.

Der sich anschließende Textteil der Bibel wird weniger oft gelesen. Dort wird alles in Negativen betrachtet. Mit starken Gesten werden Hungernde, Wandernde und Menschen ohne Kleider abgewiesen. Kranke und Gefangene warten vergeblich auf einen Besuch. Hier setzt der Künstler die Farben gegenteilig ein. Blau bedeutet nun Hartherzigkeit und der rote Hintergrund wirkt bedrohlich. Fazit: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.

In Uhrigs Symbolbildern und Holzschnitten finden sich ebenfalls Beispiele zum „täglichen Brot“. Der Vogel sorgt sich nicht wie die Menschen um das tägliche Brot, denn vor dem Auge Gottes erhält er seine Nahrung in Form einer Ähre. Auch der Sämann auf dem Ackerfeld, die Speisung der 5000 und der Besuch des auferstandenen Christus bei den Jüngern in Emmaus stehen im Zusammenhang mit dem „täglichen Brot“.

 

Die Jahresausstellung „Unser tägliches Brot gib uns heute“ mit Werken Helmuth Uhrigs wird am 24. März um 15 Uhr in der Oberen Scheuer im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar eröffnet.

 

Die Ausstellung kann von März bis Dezember, jeweils am 1. und 3. Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr sowie nach Vereinbarung besucht werden.

Lyrik-Menü am Samstag, 23. März, mit Walle Sayer im Züfle

Zwischen den Gängen eines von der Poesie inspirierten Menüs, das Züfle-Küchenchef Daniel Mästling kreiiert, liest der Autor und Haus- und Hofpoet Walle Sayer aus seinen vielfach preisgekrönten Büchern Weinseliges, Alltagsgeschichten, Kneipenphilosophisches und unververöffentlichten Texten, und verbindet dabei weltliche und geistige Genüsse.

Walle Sayer liest "... mit Leib und Seele".
Walle Sayer liest „… mit Leib und Seele“.

Am Samstag, 23. März 2019 startet das Menü um 19 Uhr im Züfle, Oberamtstr. 10, 72172 Sulz-Glatt.

Um telefonische Anmeldung bis zum 9. März unter 07482 928000 wird gebeten. Kosten: EUR 49 pro Person.

Sebastian-Blau–Abend mit Peter Nagel am 15. Februar in Rottenburg

Ein neuer Frühjahrs – Termin in der Weinstube Stanis für einen Sebastian-Blau-Abend, rezitiert von Peter Nagel, steht fest:

Termin und Thema:

Februar 2019 Jugenderinnerungen „Aller Tage Morgen“

Beginn ist in der Rottenburger Weinstube Stanis um 19.30 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf bei der WTG, Marktplatz 24, Tel. 07472-916236. Preis: 10 Euro. Da es pro Termin nur eine begrenzte Sitzplatzanzahl gibt, lohnt sich eine vorherige Anmeldung!

Gesprächsrunde am 6. Februar: Sebastian Lotzers Erbe Horbs vergessener Sohn

Sebastian Lotzers Erbe – Horbs vergessener Sohn

Eine Gesprächsrunde mit Annette Rieger, Joachim Lipp, Helmut Loschko, Walter Trefz und dem anwesenden Publikum

Ein Portraitmedaillon mit einer Darstellung dieses „einflussreichen“ Mannes sucht man vergebens auf der Rathausfassade seiner Heimatstadt und ebenso vergebens sucht man seinen Namen in der 1978 erschienenen Kreisbeschreibung des neuen Landkreises Freudenstadt unter der Rubrik Persönlichkeiten.

Sebastian Lotzer von Horb hat lange vor der Französischen Revolution schon die Utopie von der Freiheit geträumt. Er war ein Radikaler, aber nicht ein Radikaler im Sinne eines religiösen oder politischen Fanatismus und Extremismus, sondern im ureigenen Sinne des Wortes: „radikal <Adj.> bis auf die Wurzel gehend“. Die Wurzel gründete in der Überzeugung, dass die Normen für ein gutes, gerechtes Leben aus der Bibel gewonnen werden können.

Das Kriterium der göttlichen Gerechtigkeit, wie säkular es auch immer verstanden wird, sollte ein Stachel für jegliche gesellschaftliche Ordnung bleiben. Die Zwölf Artikel zeigten einen Weg aus der spätmittelalterlichen Krise, die nicht nur eine Krise der Agrarverfassung, sondern auch eine Krise der Gesellschaft und der politischen Ordnung war.

Sebastian Lotzers große Leistung bestand darin, in einer Krise der ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen und die daraus resultierenden Forderungen knapp und einprägsam zu formulieren. Die Zwölf Artikel sind ein Monument deutscher Freiheitsgeschichte, die in ihrem Kern die Überzeugung von der Universalität der Menschenrechte enthalten.

Welche Bedeutung hat Lotzers Erbe für uns heute? Wie gehen wir mit Lotzers Erbe um? Wie geben wir Lotzers Erbe weiter?

Mittwoch, 6. Februar 2019, 19.30 Uhr
Kloster, Marktplatz 28, Horb a. N.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) Freudenstadt, der Kreisvolkshochschule Freudenstadt, des Projekts Zukunft – Kultur im Kloster und des Kultur- und Museumsvereins Horb a. N. e. V.

Ausstellung mit Werken von Brigitte Bohnet im Kloster Kirchberg

Vom 2. Dezember 2018 bis 13. Januar 2019 präsentiert das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar im Konventgebäude Arbeiten auf Papier der Künstlerin Brigitte Bohnet. Die verwendeten Malmittel Walnussbeize, Pigment und Bienenwachs zwingen mit ihrem natürlichen Eigenleben die Künstlerin in einen Dialog, der offen bleibt und die Betrachtenden zur Fortsetzung einlädt.

Teils sind die Arbeiten aus den vergangenen zwei Jahren strukturiert, ja geradezu geometrisch, teils sind sie deutlich expressiv und sprengen den Bildraum. Größtenteils strahlen sie jedoch eine tiefgreifende Ruhe aus, tragen in ihrer Monochromie stark meditative Züge, erinnern in ihrer Konzentration an die Kunst der Kalligraphie.

Brigitte Bohnet lebt und arbeitet in Michelbach an der Bilz bei Schwäbisch Hall.
Brigitte Bohnet lebt und arbeitet in Michelbach an der Bilz bei Schwäbisch Hall.

Brigitte Bohnet wohnt mit ihrem Mann in einem Holzhaus am Ortsrand. Der Walnussbaum auf der angrenzenden Obstwiese liefert ihr den Grundstoff für die Produktion der Walnussbeize, mit der sie in diesem Werkzyklus vornehmlich arbeitet. Ihre Ausbildung erhielt sie in frühen Jahren bei der Göppinger Künstlerin Maria Becke und später an der Haller Akademie der Künste, unter anderem bei Susanne Neuner. Ihre Tochter Elisabeth Bohnet ist Kunsthistorikerin an der Kunsthalle Mannheim und hat die Austellung für das Kloster Kirchberg kuratiert. Anlässlich der Austellung erscheint eine Broschüre.

Das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 2. Dezember, um 15.00 Uhr.

Ausstellung im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg

 Brigitte Bohnet

Arbeiten auf Papier

1. Dezember 2018 – 13. Januar 2019

Berneuchener Haus Kloster Kirchberg, Sulz am Neckar

Künstler und kreative Köpfe an den Start!

Informationstreff rund um Förderung kultureller Projekte mit LEADER

Wer auf die Suche nach einem Zuschuss für Kunst- oder Kulturprojekte geht, denkt nicht als erstes an das europäische Regionalförderprogramm LEADER. Direktvermarktung und Dorfentwicklung werden eher mit der Regionalentwicklung verknüpft. Jedoch sind die Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung von Kunst- und Kulturinitiativen des Programms facettenreich. Von der Programmerstellung bis zur spartenübergreifenden Vernetzung, von der kulturpädagogischen Aufbereitung bis zur Vernissage – das alles steckt in dem vielseitigen europäischen Förderprogramm.
Ein Informationsabend in lockerer Atmosphäre bietet nun die Gelegenheit, das Programm näher kennenzulernen, Fragen zu einer möglichen finanziellen Unterstützung von Projekten aus dem Bereich Kunst und Kultur zu stellen und sich mit dem Regionalmanagement und bisherigen Projektträgern auszutauschen. Der Informationstreff LEADER – InformaL Kunst und Kultur findet am 22. November 2018 um 18 Uhr im Theatersaal des Kulturzentrums Kloster in Horb am Neckar statt. Passend dazu startet bereits Mitte November der nächste Projektaufruf, bei dem Projektbewerbungen aus dem Bereich Kunst und Kultur gefragt sind.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bei der LEADER Geschäftsstelle Oberer Neckar gebeten.

Online-Anmeldung und weitere Informationen auf www.leader-oberer-neckar.de/veranstaltungen.

 

Kontakt:

LEADER Geschäftsstelle Oberer Neckar

Heerstraße 55a

78628 Rottweil

Tel.: 0741 244 8101

E-Mail: info@leader-oberer-neckar.de

Vernissage zur neuen Dauerausstellung Helmuth Uhrig

Am Sonntag, den 25. März 2018 um 15 Uhr wird im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar die neue Sonderausstellung der Sammlung Helmuth Uhrig feierlich eröffnet.

"Helmut Uhrig: Gestalten des Alten Testaments" lautet der Titel der neuen Dauerausstellung.
„Helmut Uhrig: Gestalten des Alten Testaments“ lautet der Titel der neuen Dauerausstellung im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar .

Der Geistliche Leiter des Hauses, Pfarrer Matthias Gössling, wird die Gäste begrüßen. Die Kuratorin Dr. Ingrid Helber führt in die neue Thematik und in die neuen Werke ein. Die musikalische Umrahmung übernimmt die junge Künstlerin Alma Naidu aus München.

Nach den Gleichnissen des Neuen Testaments werden dieses Jahr Kunstwerke zum Alten Testament  gezeigt – von Adam und Eva bis zur Verkündigung der Geburt Jesu durch Jesaja. Weiterhin wird die Bandbreite des künstlerischen Spektrums Helmuth Uhrigs verdeutlicht. Beim Titelbild (siehe Foto) handelt es sich um einen farbigen Glasfensterentwurf für die Christuskirche in Brühl bei Köln. Vor dem blauen, himmlischen Hintergrund tanzt und musiziert König David in wehendem Gewand.

Auf einer farbigen Zeichnung fordert der Riese Goliath lautstark die Krieger des Volkes Israel heraus und David macht sich auf den Weg zum Kampf.

Als Symbole verwendete der Künstler Farben oder nach oben geöffnete Parabeln für den göttlichen Einflussbereich. Beeindruckend sind aber auch Helmuth Uhrigs schwarz-weiße Holzschnitte mit der Reduzierung aufs Wesentliche.

Im Anschluss an die Eröffnung besteht die Gelegenheit zum Rundgang und zu interessanten Gesprächen.

Helmuth Uhrig (1906 – 1979)

…hinterließ ein umfangreiches künstlerisches Lebenswerk und machte sich vor allem im Bereich der christlichen Kunst des 20. Jahrhunderts einen Namen.

Das künstlerische Erbe Helmuth Uhrigs kann heute an vielen öffentlichen Gebäuden und evangelischen Kirchen betrachtet werden: Aus Holz, Stein, Kupfer oder Bronze schuf der Künstler unter anderem Kanzeln, Altäre, Taufsteine, Figuren und Reliefs.

Der in Heidenheim an der Brenz geborene Künstler war Mitglied der Evangelischen Michaelsbruderschaft, nach seinem Tod kam sein künstlerischer Nachlass deshalb ins Berneuchener Haus Kloster Kirchberg, das geistliches Zentrum der Bruderschaft ist. Die Sammlung wird betreut von der Kuratorin Dr. Ingrid Helber sowie dem Arbeitskreis Uhrig.

Die Kunstsammlung Helmuth Uhrig

…ist vom 25. März bis Dezember jeweils am 1. und 3. Sonntag eines Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Termine sind nach Vereinbarung gerne möglich, bitte wenden Sie sich dafür an unseren Empfang. (empfang@klosterkirchberg.de, Tel: 07454-8830) Eine Führung durch die Ausstellung dauert etwa eine Stunde.

Neuer Flyer „Kulturgenuss in Rottenburg am Neckar“

Neu ist der Kulturfolder „Kulturgenuss in Rottenburg“. Der Folder bündelt die bereits vorhandenen Flyer von römischem Museum, Sülchgaumuseum, der Synagoge Baisingen, dem Diözesanmuseum, der Sülchenkirche, der Weggentalkirche, dem Führungsangebot „Urbs pia“ und dem Stadtführungsflyer.

 Flyer "Kulturgenuss in Rottenburg am Neckar" bündelt die kulturellen Angebote in der Stadt
Der Flyer „Kulturgenuss in Rottenburg am Neckar“ bündelt die kulturellen Angebote in der Stadt.

Zudem wird mit einem Einleger auf die Veranstaltungshighlights im Jahr 2018 hingewiesen. Dieser Folder entstand in Kooperation zwischen der WTG und dem Kulturamt der Stadt Rottenburg.

Vortragsreihe zu Orientmaler Gustav Bauernfeind

Gustav Bauernfeind (* 4. September 1848 in Sulz am Neckar; † 24. Dezember 1904 in Jerusalem) war ein deutscher Maler, Illustrator und Architekt. Er gilt als der bekannteste Orientmaler Deutschlands.

2018 widmet ihm das Bauernfeind-Museum in Kooperation mit der Volkshochschule Sulz eine Vortragsreihe.

Plakat-Bauernfeind

Im Bauernfeind-Museum ist das Schaffen des Malers mit einer Vielzahl von Werken dokumentiert. Außerdem vermitteln Text- und Bild-Dokumente Einblicke in das Leben und die Arbeit von Gustav Bauernfeind.

Der studierte Architekt bereiste erstmals 1880/81 den Vorderen Orient. 1896 übersiedelte er mit seiner Familie nach Jerusalem. Als junger Künstler hatte er sich mit Zeichnungen schweizerischer und italienischer Stadtszenen und Landschaften einen Namen gemacht. In erster Linie widmete er sich jedoch der Darstellung der Menschen und Landschaften des Heiligen Landes. Heute befindet sich hier die ständige Ausstellung des bedeutendsten deutschen Orientmalers.

Einen 360-Grad-Blick in einen Raum des Museums sehen Sie hier.